Beratung von Kommunen
Mit dem Konzept der Kommunalen Konfliktberatung (KKB) unterstützt das K3B Städte, Gemeinden und Landkreise. KKB begleitet lokale Akteur*innen aus Politik, Zivilgesellschaft und Verwaltung dabei, die komplexe Gemengelage lokaler Herausforderungen und Konflikte zu entwirren, die Bedürfnisse verschiedener Interessengruppen herauszuarbeiten und geeignete Herangehensweisen zu entwickeln. Der Beratungsprozess ist dabei jeweils auf die besondere Situation der Gemeinde, Stadt oder des Landkreises ausgerichtet, die mittel- und längerfristig begleitet werden.
Sprechen Sie uns gerne an, wenn Sie Interesse an einer Beratung haben.
Stimmen zur Kommunalen Konfliktberatung
Welche Konflikte begegnen Ihnen in den Kommunen? Welchen gesellschaftlichen Mehrwert hat aus Ihrer Sicht Kommunale Konfliktberatung? Wie würden Sie Kommunale Konfliktberatung in einem Wort beschreiben?
Diese Fragen beantworten kommunalpolitische Amtsträger*innen, Wissenschaftler*innen und Konfliktberater*innen in diesem Video. Hören Sie rein, in die Erfahrungen mit Kommunaler Konfliktberatung.
Beratungen in Kommunen
Beratungsprozesse im Projekt „Kommunale Integrationsstrategien für Vielfalt und Teilhabe“ (KIS)
Bautzen
Kommunale Konfliktberatung in Bautzen
Beraterin: Gabriele Wilde
Worum geht es in dem Beratungsprozess?
Das Konfliktgeschehen in der Stadtgesellschaft wird vorrangig durch Themen wie Teilhabe, Migration und Zukunftsvisionen für die Stadt bestimmt. Die Polarisierung der Stadtgesellschaft als solche löste zeitweise diese zugrundeliegenden Fragen als dominantes Thema in der Stadtgesellschaft ab.
Was sind die bisherigen Ergebnisse des Beratungsprozesses?
Durch eine systemische Situations- und Konfliktanalyse (SKA) konnte mit Akteur*innen aus Zivilgesellschaft, Polizei und Stadtpolitik das Zusammenspiel zwischen den Konflikten um Zukunftsfragen und Teilhabe und der Polarisierung der Stadtgesellschaft reflektiert und Handlungsansätze erkannt werden. Formelle und informelle Räume, in denen trotz Lagerbildung konstruktiv über Fragen des Zusammenlebens gesprochen werden kann, wurden identifiziert. Es wurden Gelingensbedingungen für diese Aushandlungsräume definiert und in Zusammenarbeit mit der FH Erfurt die entsprechenden Gruppen durch Beratungen und Workshops gestärkt.
Foto: Gabriele Wilde
Fürstenberg/ Havel
Kommunale Konfliktberatung in Fürstenberg/Havel
Beratungsteam: Kathrin Buddendieck, Azzam Moustafa, Karol Sabo
Worum geht es in dem Beratungsprozess?
Im Zuge der Beratung wurden Polarisierungsdynamiken zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen identifiziert, die die Zusammenarbeit beeinträchtigten. Den Konflikthintergrund bilden grundlegende Fragen zum Miteinander und der lokalen Identität nach tiefgreifenden gesellschaftlichen Umbrüchen.
Was sind die bisherigen Ergebnisse des Beratungsprozesses?
Durch Hintergrundgespräche vor Ort konnten Konfliktdynamiken identifiziert und als Konfliktkarten aufbereitet werden. In Gesprächsrunden mit Akteur*innen der Bereiche Integration, Kommunalpolitik und Schule wurden diese besprochen und ein Nachdenken zum Konfliktgeschehen angestoßen. Kommunale Konfliktberatung hat unterschiedliche Akteur*innen zusammen und in den Austausch gebracht. Die Beteiligten haben Hintergründe von komplexen Problemlagen für sich erkannt und Handlungsbedarfe formuliert. Aktuell berät das Beratungsteam zu spezifischen Konfliktlagen und begleitet die Arbeit an Veränderungen.
Foto: Madlen Krippendorf
Chemnitz
Kommunale Konfliktberatung in Chemnitz
Beratungsteam: Annette Flos, Luise Veit
Worum geht es in dem Beratungsprozess?
In der Innenstadt manifestieren sich Veränderungen in unter-schiedlichen Wahrnehmungen von Sicherheit, Nutzungen und z.T. kollidierenden Bedarfen von Menschen verschiedenen Alters und Hintergründen. Der öffentliche Raum wird Schauplatz von Mobilisierung, die an den Frust und Verunsicherung von Bürger*innen anzudocken versucht.
Was sind die Ergebnisse der Kommunalen Konfliktberatung?
Nach einer Situations- und Konfliktanalyse wurde eine Netzwerk- und Akteursanalyse zur Identifikation von Ressourcen und Bedarfen durchgeführt. Akteur*innen der Zivilgesellschaft und Verwaltung tauschten sich zu Lagen in der Innenstadt aus und entwickelten ein gemeinsames Konfliktverständnis. Der Fokus lag auf „Generationenkonflikten – Konflikten um Veränderung in der Stadt“ und auf dem Sicherheitsgefühl. In der Folge wurden Herangehensweisen und Maßnahmen entwickelt. Die Zusammenarbeit der Akteur*innen und ihre Wirkungsweisen wurden gestärkt. Erkenntnisse aus dem Prozess werden in die Entscheidungsgrundlagen der Stadtpolitik integriert.
Foto: Sophia Matschinsky
Grambek
Kommunale Konfliktberatung in Grambek
Beratungsteam: Dr. Johannes Blatt, Anne Dirnstorfer
Worum geht es in dem Beratungsprozess?
Die Gemeindevertretung Grambek wird geprägt von zwei Wäh-lergemeinschaften, zwischen denen es in den letzten Jahren intensive Auseinandersetzungen gab. Dabei standen unter anderem Themen der Feuerwehr im Zentrum der Diskussion. Die Spannungen beeinträchtigen die Zusammenarbeit in der Kommunalpolitik. Der Beratungsprozess zielt darauf ab, die lokalen Akteur*innen darin zu unterstützen, wieder zu einem konstruktiveren Miteinander zu finden.
Was sind die bisherigen Ergebnisse des Beratungsprozesses?
Das Beratungsteam hat zunächst zahlreiche Hintergrundgespräche geführt, um die unterschiedlichen Sichtweisen kennenzulernen. Im Anschluss wurde eine systemische Situations- und Konfliktanalyse erstellt. Die aktuellen Konfliktdynamiken wurden mit den zentralen Akteur*innen vor Ort diskutiert. Darauf aufbauend werden in unterschiedlichen Gesprächsformaten konkrete Schritte zur Verbesserung des Miteinanders ausgearbeitet.
Foto: Christian Ries
Beratungsprozesse im Projekt „Herausforderungen gesellschaftlicher Integration gemeinsam verstehen und bearbeiten“ (HIB)
Hohe Börde
Kommunale Konfliktberatung in der Hohen Börde
Beratungsteam: Kristin Mascheck, Agnes Sander
Worum geht es in dem Beratungsprozess?
Zu Anfang konzentrierte sich der Prozess auf die Frage, wie die unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen ihre Interessen einbringen und an der Gestaltung des kommunalen Lebens mitwirken können. Im Laufe der Zusammenarbeit stellte sich heraus, dass v.a. die Auswirkungen der strukturellen Veränderungen der letzten Jahrzehnte (zuletzt Gemeindegebietsreform 2010) zu veränderten Entscheidungs- und damit auch Gestaltungsmöglichkeiten in den 14 Ortschaften der Einheitsgemeinde geführt haben. Darauf aufbauend fokussierte sich die Beratung auf den Austausch zwischen Verwaltungsmitarbeitenden und Ortsbürgermeister*innen.
Was sind die bisherigen Ergebnisse des Beratungsprozesses?
Die Kommunale Konfliktberatung bot durch Austauschrunden den Ausgangspunkt für die Entwicklung neuer Begegnungs- und Austauschformate. Dazu zählt zum Beispiel die Etablierung eines rotierenden Stammtisches zwischen Ortsbürgermeister*innen und der Bürgermeisterin der Einheitsgemeinde.
Auf diese Weise konnte der Prozess dazu beitragen, die Nachwirkungen der strukturellen Veränderungen auf kommunaler Ebene sichtbar, besprechbar und bearbeitbar zu machen.
Lesen Sie hier den ausführlichen Bericht zum Beratungsprozess.
Luftbild: Foto-Video-Lehmann
Syke
Kommunale Konfliktberatung in Syke
Beratungsteam: Anne Dirnstorfer, Dr. Johannes Hoppe
Worum geht es in dem Beratungsprozess?
Im Beratungsprozess werden Möglichkeiten und Ansätze für die Beteiligung von Bürger*innen am kommunalen Leben untersucht und weiterentwickelt. Besondere Aufmerksamkeit erfährt in diesem Prozess das Themenfeld Zuzug und Integration.
Was sind die bisherigen Ergebnisse des Beratungsprozesses?
Syke wird als Stadt mit hoher Lebensqualität beschrieben. Es gibt keine eskalierten Konfliktdynamiken, indes ein Interesse und die Offenheit schwierige Dynamiken präventiv anzugehen. Die Erkenntnisse aus Gesprächen wurden mithilfe der methodischen Herangehensweise der systemischen Situations- und Konfliktanalyse (SKA) aufbereitet und visualisiert. Die Erkenntnisse und Ergebnisse daraus wurden für die kommunalen Akteur*innen rückgespiegelt sowie Handlungsempfehlungen aus diesen abgeleitet. Es wurde eine Arbeitsgruppe zum Thema „Integrations- und Quartiersarbeit“ gegründet. Bei dieser sollen ein gemeinsames Verständnis zu Konfliktpotentialen entwickelt und daraus strategische und nachhaltige Maßnahmen abgeleitet werden.
Foto: Wolfgang Guder
Beratungsprozess im Projekt „Kompetenzzentrum Kommunale Konfliktberatung – Modellprojekt Weißenfels“ (KoWe)
Weißenfels
Kommunale Konfliktberatung in Weißenfels
Beratungsteam: Damaris Deinert, Agnes Sander
Worum geht es in dem Beratungsprozess?
Im Zentrum steht die Auseinandersetzung mit dem Zusammenleben in der Weißenfelser Neustadt:
Die ungewöhnlich hohe zirkuläre Migration der v.a. im Schlachtbetrieb tätigen Arbeitsmigrant*innen kennzeichnet die Sozialstruktur des Viertels. Die niedrigen Mieten führen zu einer hohen Konzentration an Familien mit multiplen Bedarfen. Der spekulative Aufkauf ganzer Straßenzüge an ausländische Investoren hat zum Teil den Verfall der Gebäude zur Folge.
Was sind die bisherigen Ergebnisse des Beratungsprozesses?
Der Beratungsprozess hat dazu beigetragen, die von vielen Akteur*innen der Stadtgesellschaft als belastend empfundene Situation besprechbar zu machen. Gegenseitige Blockaden, die sich zwischen den verschiedenen Akteur*innen über Jahre entwickelt haben, werden in der Konfliktberatung aufgezeigt und einer Bearbeitung zugänglich gemacht. Gemeinsam mit den engagierten Akteur*innen wird nach Wegen gesucht, wie Weißenfels die eigenen Handlungsspielräume identifizieren und nutzen kann, um Veränderungen für ein konstruktives und angstfreies Miteinander in der Neustadt zu ermöglichen.
Abbildung: Stadt Weißenfels
Weitere Beratungen in Kommunen
- Einheitsgemeinde Stadt Kalbe (Milde, Altmark)
- Hansestadt Gardelegen (Altmark)
- Hansestadt Osterburg (Altmark)
- Stadt An der Schmücke
- Stadt Bottrop
- Stadt Oschersleben (Bode)
- Stadt Plauen
- Stadt Zittau
- Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck
Konfliktberatung im Altmarkkreis Salzwedel
Die Beratungsprozesse fanden im Rahmen der Projekte „Demokratieförderung durch kommunale Konfliktberatung in der Altmark“ (Laufzeit 01.09.2017 – 31.12.2019) und „Integration und Teilhabe durch Kommunale Konfliktberatung“ (Laufzeit 01.07.2018 – 30.08.2020) statt. Mehr Informationen zu den Projekten finden Sie hier.
Im Fokus der Beratungen standen unter anderem folgende Themen:
- Wie lässt sich Zusammenarbeit zwischen Ortsteilen und Einheitsgemeinde nach der Gemeindegebietsreform verbessern?
- Wie können geeignete Verfahren der Beteiligung, z.B. bei der Errichtung von Windparks, konfliktsensibel gestaltet werden?
- Wie können Zuzug und Integration nachhaltig gestaltet werden?
- Wie lässt sich das Vertrauen in die politische Selbstwirksamkeit von Bürger*innen stärken?
- Wie lassen sich neue Wege der Bürgerkommunikation beschreiten?
- Wie kann die Zusammenarbeit zwischen Politik, Verwaltung und Ehrenamt gestärkt werden?